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Seminarübersicht
Grundlagen der Architekturtheorie II: Konstruktion und Wahrnehmung - Das 19. Jahrhundert
Betreuung: Prof. Dr.-Ing Fritz Neumeyer
Das Grundlagenseminar befasst sich mit „klassischen“ Quellentexten der
Architekturtheorie und behandelt die wichtigsten Denkansätze, deren theoretische Begründungen und Bedeutung für den Diskurs.
Das Seminar behandelt die wichtigsten Theorien des 19. Jahrhunderts. Im Zeitalter der einsetzenden Industrialisierung und des technischen Fortschritts stellt sich die Frage nach den Produktionsbedingungen der Architektur und dem Verhältnis von Konstruktion und Form neu. Erstmals in der Geschichte der Architekturtheorie werden die architektonischen Phänomene Konstruktion und Oberfläche, Körper und Raum einer systematischen Betrachtung unterzogen, bei der vor allem die wahrnehmungstheoretischen Voraussetzungen – und damit auch psychologische Fragen – im Mittelpunkt stehen. Damit verschiebt sich der architekturtheoretische Akzent von der „Logik“ der technischen Konstruktionsform auf die „Logik“ der Wahrnehmungs- und Wirkungsform. Texte von Schinkel, Semper, Lucae, Wölfflin, Schmarsow und Sitte stehen im Mittelpunkt.
Quisposnr.: 30221
Montags 16:00 - 18:00 Uhr in Raum A 310
1. Veranstaltung am 24.10.2011
Städtische Architektur: Baukörper oder Raumkörper, Objekt oder Textur?
Betreuung: Prof. Dr.-Ing Fritz Neumeyer
In der modernen Stadt gibt es viel leeren Raum aber keinen öffentlichen Plätze mehr, denn die traditionelle Dialektik von Baukörper und Raumkörper, von der die Matrix der europäischen Stadt bestimmt ist, wird zugunsten eines locker mit Bauten durchstreuten Raumkontinuums außer Kraft gesetzt. Die moderne Stadt hat die Eigentümlichkeit der Stadt von einem System der Räume in ein System der Objekte umgewandelt und damit die städtische Dialektik zwischen kompakter Masse und geformter Leere aufgehoben.
Das Seminar geht der Frage der städtischen Verbindlichkeit der Architektur nach und untersucht anhand ausgewählter Texte und gebauter Beispiele die
Beziehungen zwischen Körper, Raum und Stadttextur.
Quisposnr.: 30641
Dienstags 14:00 - 16:00 Uhr in Raum A 310
1. Veranstaltung am 25.10.2011
Vertiefungsseminar: Tektonik. Zur Logik der architektonischen Form
Betreuung: Prof. Dr.-Ing Fritz Neumeyer
Architektonische Form ist nicht unabhängig von Zweck und Konstruktion.
Architektur ist ein aus Teilen zusammengefügte Raumbehälter, dessen Form aus der Addition von Materialen, nicht aus der Subtraktion gewonnen wird. Mit dem Begriff der Tektonik ist das anschauliche Baugefüge eines zusammengesetzten, in sich gegliederten Ganzen gemeint, das körperlich nachempfunden werden kann.
Wenn wir vom „Baukörper“ in der Architektur sprechen, legen wir einem Bauwerk bereits diese Empfindung als Ausdruck zu Grunde; wenn wir von einem „stehenden“ oder „liegenden“ Bauwerk reden, übertragen wir ebenfalls unser körperliches Empfinden auf das Gebauten.
Quisposnr.: 30631
Montags 18:00 - 20:00 Uhr in Raum A 310
1. Veranstaltung am 24.10.2011
The Picturesque
Betreuung: Dr.-Ing. Jasper Cepl
The Picturesque came up in the second half of the eighteenth century. The idea was introduced to describe a kind of aesthetic experience that the categories of the Beautiful and the Sublime would not cover. — While the Beautiful was only fit to describe a rather limited idea of formal ‘correctness’, the Sublime would, ultimately, be even more academic, since it set out to define the limits of aesthetic experience, rather than deal with experience itself. The Beautiful asked for perfecting the formal qualities of the object, while the Sublime asked for maximizing the impact on the beholder.
Now, the Picturesque set out to describe real life aesthetically perceived. It
promised to blur the lines between art and life. It was meant to explain the
pleasures one could experience in looking at scenes more tending towards the ugly and ordinary than to any ‘ideal’ of formal perfection. The Picturesque was characterized by properties such as variety, informality, irregularity or contrast. —
In the seminar, we will focus on studying and discussing the essential texts, in order to gain an in depth understanding of the Picturesque in its original scope of meaning.
Quisposnr.: 30661
Montags 18:00 - 20:00 Uhr in Raum A 921
1. Veranstaltung am 24.10.2011
entwerfen, schreiben, denken – Entwurfsforschung und Selbstreflexion.
Betreuung: Dr.-Ing. Michael Dürfeld
Im aktuellen Wissenschaftsdiskurs gerät die Praxis des Entwerfens zunehmend in den Fokus.
Die wissenschaftlichen Fragestellungen bewegen sich dabei zwischen der Frage nach dem Wissenschaftlichen des Entwerfens einerseits und dem Entwurflichen von Wissenschaft andererseits. Eine besondere Problematik lässt sich beobachten, wenn der Entwerfende selbst versucht, sein eigenes Entwerfen zu denken und zu beschreiben. Dann nämlich verbinden sich Entwurfsforschung und Selbstreflexion in einer rekursiven Schleife, bei der Entwerfen, Schreiben und Denken sich ständig neu irritieren.
Das Seminar wird wissenschaftlich-kritisch beobachten, wie Architekten selbst ihren eigenen Entwurfsprozess denken und beschreiben:
- Mit welchen strukturellen Problemen sind sie konfrontiert bei der Notation von Gedachtem in Geschriebenes?
- Welche Funktion übernimmt eine solche Selbstbeschreibung?
- Wie verhält sich das Entworfene zu dem Geschriebenen?
- Welche Medien werden verwendet und welche Formen nimmt diese spezifische Art der Selbstreflexion an?
Die Seminarteilnehmer sollen zusammen - unter Zuhilfenahme von wissenschaftlichen Arbeitstechniken - das Thema eigenständig erarbeiten. Das Kennenlernen verschiedener Möglichkeiten, das Entwerfen zu denken und zu beschreiben, soll den Seminarteilnehmern ermöglichen, auch ihr eigenes Entwerfen kritisch zu reflektieren.
Quisposnr.: 30667
Dienstags 16:00-18:00 Uhr in Raum 310
1. Veranstaltung: 25.10.2011